Sekt, Prosecco, Champagner: Wo ist eigentlich der Unterschied?

Sekt, Prosecco, Champagner: Wo ist eigentlich der Unterschied?

Sie schäumen, perlen und schmecken. Doch die Unterschiede zwischen Sekt, Prosecco und Champagner sind groß. Bestimmt werden sie nicht allein durch den Preis. Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was eigentlich den Unterschied zwischen den prickelnden Getränken ausmacht, werden Sie hier garantiert Antworten finden.

Schaumweine unter sich

Sekt, Prosecco und Champagner haben eines gemeinsam: Alle Getränke zählen zu den Schaumweinen. Im Gegensatz zu Rotwein, Weißwein oder Rosé enthalten Schaumweine Kohlensäure. Diese wird durch die zweite Gärung des Grundweines erzeugt und durch die Beigabe von Hefe und Zucker möglich. Der Wein gärt anschließend direkt in der Flasche oder eingeschlossen in einen Drucktank. Und genau hier beginnen bereits die Unterschiede zwischen den Getränken.

Sekt: der wohl beliebteste Schaumwein

Gibt es etwas zu feiern oder Sie möchten einfach einen netten Abend mit Freunden verbringen: Sekt darf nicht fehlen. Der beliebteste Schaumwein der Deutschen besteht aus diversen Grundweinen, die unter dem Zusatz von Zucker und Hefezellen mehrere Monate gären und dabei Kohlensäure produzieren.

Meist handelt es sich um Cuvées aus unterschiedlichen Rebsorten. Diese müssen nicht zwingend aus einer bestimmten Region kommen und werden zu einer Cuvée, einem Verschnitt gemischt.  

Damit ein Schaumwein als Sekt bezeichnet werden darf, gibt es einige gesetzliche Vorgaben:

  • Sekt muss aus Qualitätsweinen bestehen.
  • Sekt muss mindestens 10 Volumenprozente Alkohol enthalten.
  • Sekt muss mindestens 3,5 Bar bei 20 Grad Celsius haben.
  • Sekt muss seine Kohlensäure ausschließlich aus der zweiten Gärung erhalten.
  • Sekt muss nach der Gärung unter vollem Druck neun Monate gelagert werden.

Durch die Zugabe von Süßweinen oder in Wein aufgelöstem Zucker erhält der Sekt seinen Feinschliff. Günstiger Sekt gärt häufig in großen, druckfesten Tanks. Edler und hochwertiger Sekt reift direkt in der Flasche. Sie erkennen dies an dem Hinweis auf dem Etikett „traditionelle Flaschengärung“. Am häufigsten wird ein Riesling für die Sektherstellung verwendet.

Prosecco: der prickelnde Italiener

Während es für Sekt keine kontrollierte Herkunftsbezeichnung gibt, ist dies bei Prosecco anders. Seinen Namen hat das süffige Lieblingsgetränk vieler Frauen vom gleichnamigen Dorf unweit von Triest erhalten. Prosecco sind Weine, die aus den italienischen Regionen Venetien und Friaul-Juisch-Venetien stammen. Für die Herstellung von Prosecco wird die heimische Traube Glera verwendet.

Sie werden überwiegend Prosecco Spumante im Handel finden. Weniger verbreitet aber nicht minder beliebt ist der nur leicht prickelnde Prosecco Frizzante. Prosecco wird hauptsächlich mittels Tankgärverfahren hergestellt. Nur selten gärt der Schaumwein direkt in der Flasche.

Ob Prosecco als Sekt oder Schaumwein betitelt wird, ist abhängig vom Druck, der in der Flasche herrscht. Bei Prosecco Frizzante liegt der Druck unter drei Bar. Prosecco Spumante bringt mehr Druck mit und darf auch als Sekt bezeichnet werden. Der Geschmack macht sich nicht nur pur, sondern auch bei Mixgetränken bemerkbar. So schmeckt ein Aperol Spritz viel leckerer, wenn Prosecco Spumante anstatt Prosecco Frizzante verwendet wird.

Bei weißem Prosecco müssen nicht weniger als 85 Prozent der Rebsorte Glera enthalten sein. Die übrigen 15 Prozent dürfen von acht weiteren Rebsorten abgedeckt werden. Damit die Herkunft genauer definiert werden kann, existieren spezifischere Bezeichnungen wie Prosecco Treviso DOC oder Prosecco Colli Asolani DOCG.

Champagner: König der Schaumweine

Champagner ist kein Wein für alle Tage. Dass es sich um ein edles Getränk handelt, verrät uns schon die Bezeichnung selbst. Ein Schaumwein wird erst zum Champagner, wenn er aus der zirka 100 Kilometer nördlich von Paris gelegenen Region Champagne stammt. Dort sind dem Luxus-Getränk etwa 35.000 Hektar Rebfläche vorbehalten.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder), Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Chardonnay zu. Für die Herstellung von Champagner kommt nur die Flaschengärung infrage. Vorgeschrieben ist auch, dass die Flaschen mittels Naturkorken verschlossen werden müssen.

Ein weiterer Unterschied zu den übrigen Schaumweinen besteht in der Weinlese. In der Champagne werden die Trauben nur manuell gelesen. In Deutschland ist auch die maschinelle Traubenlese erlaubt. Damit die Qualität der Trauben nicht gefährdet wird, ist es in der Champagne untersagt, Maschinen für die Weinlese einzusetzen.

Verlesen werden die Trauben ebenfalls per Hand. Die erste Gärung wird alkoholische Gärung genannt und findet für jede Rebsorte und Weinlage in separaten Fässern statt. Die zweite Gärung erfolgt direkt in der Flasche und geschieht unter Zugabe des „Liqueur de tirage“, einer Mischung aus Zucker und Hefe, die sich abhängig vom Hersteller unterscheidet.

Bevor Champagner gekauft, entkorkt und genossen werden darf, muss er mindestens 15 Monate Reifezeit hinter sich gebracht haben. 

Sekt, Prosecco & Champagner: Diese Unterschiede gibt es im Geschmack

Schaumweine bringen eine breite Palette an unterschiedlichen Geschmacksnuancen mit. Sekt kann fruchtig süß oder auch herb schmecken. Prosecco ist leicht und weniger dominant. Champagner zeigt mehr Präsenz und ist deutlich herber.

Die Süße von Schaumwein kann auf dem Etikett durch unterschiedliche Bezeichnungen angegeben werden:

  • Extra Brut
  • Brut
  • Extra Trocken
  • Trocken
  • Halbtrocken
  • Mild

Wie Schaumweine letztlich schmecken, hängt auch von der Art des Grundweines und der Dauer des Gärungsprozesses ab. Häufig schmecken Sie Früchte wie Birnen oder Äpfel heraus. Stammt der Sekt aus Flaschengärung, schleicht sich der Geschmack von reifem Obst und Hefe auf die Zunge. Dadurch sind edle Sekte oder Champagner besser als Essensbegleiter geeignet als ein leichter Prosecco, der es nicht mit den kräftigen Aromen der Speisen aufnehmen kann.

Das schmeckt mir: Welcher Schaumwein ist der richtige?

Sie allein entscheiden, welcher Schaumwein Ihnen am besten schmeckt und was Ihnen der Genuss am Ende wert ist. Einen Schaumwein von hoher Qualität können Sie finden, wenn der Grundwein aus einer klar definierten Region stammt. Achten Sie auch auf die Reifedauer und eine mögliche Flaschengärung.

Länger gereifte und in traditioneller Flaschengärung hergestellte Schaumweine schmecken einfach besser. Sie haben letztlich die Wahl aus einem eleganten Champagner, dessen Preis bei zirka 30 Euro beginnt. Entscheiden Sie sich für einen deutschen Winzersekt, für den Sie etwa 18 Euro bezahlen, holen Sie sich Spannung ins Glas. Für einen spritzigen Prosecco Spumante beginnen die Preise bei etwa 20 Euro. Am Ende spielt nicht nur das Budget, sondern der eigene Geschmack die Hauptrolle.  

Gut gekühlt und in netter Gesellschaft genossen sind Sekt, Prosecco Champagner & Co. Immer eine gute Wahl. Schenken Sie sich ruhig noch einmal nach, denn am besten schmecken die prickelnden Getränke frisch und wenn die Kohlensäure noch nicht verflogen ist.

Stefan Ruppert

Über den Autor

Stefan Ruppert

Inhaber und Winzer, Weingut Ruppert

Stefan Ruppert führt das Weingut Ruppert in Hammelburg seit 2017 gemeinsam mit seinem Bruder Matthias. Seine Winzerlehre an der Städtischen Weinkellerei Schloss Saaleck schloss er als Jahrgangsbester ab, danach folgte die Technikerschule für Weinbau und Kellerwirtschaft in Veitshöchheim. Erfahrung sammelte er in Baden, in Österreich und bei Framingham in Neuseeland, bevor er elf Jahre als Weinbautechniker im Weingut Baldauf arbeitete. Sein Thema ist Frankenwein aus biologischem Anbau, direkt vom Winzer.

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